Stationäre Hilfen

Jugendwohngemeinschaft:

Die Jugendwohngemeinschaft zeichnet sich durch ihre familiäre Atmosphäre und ein intensives sozialpädagogisches Training aus. Ein strukturierter Tagesablauf und die Anwesenheit unserer pädagogischen Fachkräfte auch über Nacht schaffen einen verlässlichen Rahmen. Auf dieser Grundlage können Jugendliche mit Hilfebedarf ihre Persönlichkeit stabilisieren, ihre Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung weiterentwickeln und die für sie anstehenden Themen und Aufgaben bearbeiten.

Ziele eines Trainings in der Jugendwohngemeinschaft sind:

  • Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Entlastung konfliktbehafteter Beziehungen innerhalb der Herkunftsfamilie
  • Erwerb sozialer Kompetenz und Aufbau tragfähiger Beziehungen
  • Entwicklung eigener Stärken und Fähigkeiten und der Erwerb von lebenspraktischen Fertigkeiten
  • Strukturierung des Tagesablaufs und Erlernen einer sinnvollen Freizeitstruktur
  • Erlernen einer abstinenten Lebensweise
  • Entwicklung von Motivation und Durchhaltevermögen in der Schul-, Arbeits- und Ausbildungspraxis
  • Bewältigung von Konfliktsituationen
  • Entwicklung einer selbständigen und selbstverantwortlichen Lebensführung

Rechtsgrundlagen für die Aufnahmen in der JWG

Es handelt sich um ein Angebot der stationären Jugendhilfe. 10 Plätze stehen für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 21 Jahren, in Einzelfällen darüber hinaus, zur Verfügung.

Die Rechtsgrundlagen sind:

  • §§ 34,35a, 41 und 42 SGB VIII
  • In Einzelfällen per Einzelfallvereinbarung
  • §§ 53,54 und §§ 67, 68 SGB XII

Flexible Stationäre Hilfen:

Mit dieser etwas ungewöhnlichen Bezeichnung „Flexible Stationäre Hilfen (FSH) ist ein Angebot gemeint, dass sich an junge Menschen richtet, die schon ein gewisses Maß an Selbstständigkeit mitbringen, für bestimmte Aufgaben aber noch intensive Unterstützung benötigen. Das Ziel ist auch hier, zunehmend in die eigene Verantwortung für die besonderen Herausforderungen, die sich oft aus Entwicklungsverzögerungen und psychischen Erkrankungen ergeben haben, zu wachsen. Das sozialpädagogisch begleitete Leben in kleinen WGs und in der Gemeinschaft der Abteilungen sind gute Übungsfelder für stabiles Sozialverhalten das eine der Grundlagen für ein selbstständiges Leben ist.

Die FSH bieten wir in zwei Wohnformen an. Zum einen stehen betreute Zweier- Wohngemeinschaften in entsprechenden Wohnungen im Stadtteil Dietrichsfeld zur Verfügung oder die Jugendlichen und jungen Erwachsenen leben in der Wohngruppe im Apartmenthaus, in dem für jede/n ein kleiner Wohnbereich mit Küchenzeile und Badezimmer bereit steht. In beiden Abteilungen gibt es einen großen Gruppenraum mit Internetzugang, ein Pädagogen-Büro und Besprechungsräume für die gemeinsame Arbeit. Nach dem gemeinsamen Frühstück steht jeweils ein Teamer am Vormittag als Ansprechpartner zur Verfügung, am Nachmittag und Abend bis zur Nachtruhe begleiten MitarbeiterInnen das Miteinander der Bewohner oder bieten Gelegenheit für Einzelgespräche.

Neben intensiver Einzelfallhilfe durch unser Bezugstrainersystem beteiligen sich die BewohnerInnen an den einrichtungsübergreifenden Angeboten des LWO- Strukturtrainings (a.a.O.) sowie an den Maßnahmen der zuständigen Abteilung, wie z.B. dem morgendlichen Frühstück im Gruppenraum, den wöchentlichen Hausversammlungen, dem Kaffeetrinken und Kochen am Freitag, dem Putztraining und den Wochenendaktivitäten.

Die Flexiblen Stationären Hilfen sind eine stationäre Erziehungshilfe für Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren mit insgesamt 26 Plätzen.

Die Rechtsgrundlagen sind:

  • §§ 34,35a und 41 SGB VIII
  • In Einzelfällen per Einzelfallvereinbarung
  • §§ 53,54 und §§ 67, 68 SGB XII
  • SGB VIII § 34, §35a und § 41
  • SGB XII § 53,§ 54,§ 67 und § 68

ITA - Intensiv-Training Auszug

Noch innerhalb eines stationären Aufenthalts bietet das Intensiv-Training Auszug die Möglichkeit erlernte Strukturen, Strategien und Fähigkeiten in einem selbständigeren und selbstverantwortlicheren Kontext zu erproben. Es wendet sich an BewohnerInnen, für die aufgrund ihrer beruflichen und/oder persönlichen Entwicklung den Rahmenbedingungen des stationären Angebots absehbar entwachsen werden.

Weiterhin im stationären Rahmen verankert, verändern sich die Trainingsschwerpunkte deutlich in Richtung Verselbständigung ("in Kürze allein klar kommen müssen"); das Leben in der Gruppe verliert an Bedeutung, z.B. das Betreiben intensiver Wohnungssuche und erfolgreiche Selbstorganisation rücken klar in den Vordergrund.

Die Rechtsgrundlagen sind:

  • §§ 34,35a und 41 SGB VIII
  • In Einzelfällen per Einzelfallvereinbarung
  • §§ 53,54 und §§ 67, 68 SGB XII

 

Individuelle Begleitung Jugendlicher und junger Erwachsener (IBJ/InTrain)

Eine wachsende Zahl junger Menschen mit psychischen Belastungen haben Schwierigkeiten, sich auf Gruppensituationen wie z.B. in Schulen, Wohngruppen, u.a. sowohl was die Gruppe an sich angeht, als auch das zu eng empfundene Regelwerk, einzulassen.

Da für diesen Personenkreis eine stationäre Betreuung eine Überforderung, eine ambulante Hile im üblichen Sinne jedoch nicht bedarfsdeckend wäre, bieten wir für diese Jugendlichen eine jeweils individuell zugeschnittene Leistung an. Sowohl die Trainingsinhalte wie auch die Intensität werden anforderungsgerecht gestaltet und einzelfallbezogen mit dem jeweiligen Kostenträger abgestimmt.

Der junge Mensch wird da abgeholt wo er steht. Wir stimmtem mit ihm den Eltern oder Erziehungsberechtigten, wichtigen Bezugspersonen und dem ASD die seiner Belastbarkeit entsprechenden Ziele und Maßnahmen ab. Das individuelle Trainingsprogamm kann halbe oder ganze Tage umfassen, bis hin zu einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Gesamtziel einer IBJ kann die Aufnahme in eine reguläre Wohngruppe, die Reintegration in die Familie oder die Überführung in eine andere entwicklungsgerechte Unterstützungsform sein.

Die Rechtsgrundlagen sind:

  • §§ 34,35, 35a und 41 SGB VIII
  • §§ 53 und 54 SGB XII